Rauhnächte

Die Rauhnächte sind die Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum eine besondere Bedeutung zugemessen wird.

Es handelt sich dabei um die zwölf Tage vom Weihnachtstag bis zum Fest der Erscheinung des Herrn. Nach dem Volksglauben begaben sich die stürmischen Mächte – „die Wilde Jagd“ der Mittwinterzeit – am Ende der Rauhnächte zur Ruhe. Die zwölf Rauhnächte waren zudem als Bauernregel bestimmend für das Wetter der zwölf Monate des neuen Jahres.

Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren somit magische Nächte. An diesen Tagen besinnt man sich auf eine Neubestimmung oder weiterführende Pläne für das neue Jahr (Leben). Am 24. Dezember um Mitternacht öffnen sich die Lichttore am Firmament – der Beginn der Rauhnächte. Für zwölf Tage und Nächte ist es möglich, Botschaften zu empfangen. Am 5. Januar um Mitternacht schliessen sich die Tore.

Die meisten Rituale wurden nicht schriftlich, sondern über die Jahrhunderte mündlich überliefert. Eines davon ist das Räuchern. Es dient der Reinigung, soll positive Energien in das Haus strömen lassen und böse Geister vertreiben. Mit dem Räucherwerk aus Pflanzen und Harzen in der Hand geht man dreimal gegen den Uhrzeigersinn durch jeden Raum, um jeden Raum mit Licht und Liebe zu erfüllen. In der Zeit der Rauhnächte baut sich so ein energetischer Schutz gegen böse Geister und negative Energien auf.